Der größte Jäger am Himmel

Forschen und schützen, das sind die Ziele des WWF Österreichs. Lest hier ein spannendes Interview mit dem Artenschutz-Experten Christian Pichler zum Seeadler.

Der Seeadler ist der größte Jäger am heimischen Himmel.
Der Seeadler ist der größte Jäger am heimischen Himmel.Foto: Justine Pickett_papiliophotos.com
Der majestätische Seeadler im Flug ...
Der majestätische Seeadler im Flug ...Foto: Terry Pickford tpickford@toucansurf.com
Ha! Die Forelle habe ich erwischt!
Ha! Die Forelle habe ich erwischt!Foto: Jari Peltomäki Birdphoto.fi
Zu viele Spaziergängerinnen und Spaziergänger sowie Forstarbeiten stören mich sehr!
Zu viele Spaziergängerinnen und Spaziergänger sowie Forstarbeiten stören mich sehr!Foto: Jari Peltomäki_Birdphoto.fi

Was ist das Wichtigste bei deiner Arbeit?

Ich versuche möglichst viel über Seeadler herauszufinden. Je mehr wir über die Tiere wissen, desto besser können wir Gefahren ausschalten, die auf sie lauern. Am wichtigsten ist, dass seine Lebensräume – große Waldgebiete mit alten Bäumen sowie fischreiche Gewässer – erhalten bleiben. Außerdem kämpfen wir gegen verbotene Giftköder. Seeadler sind nämlich streng geschützt und dürfen nicht getötet werden.

Warum sind Seeadler so scheu?

Das liegt daran, dass die Seeadler früher gejagt wurden. Damals waren die Menschen besorgt, dass fleischfressende Tiere (wie zB Adler) ihnen das Essen wegnehmen. Mittlerweile muss in Österreich zum Glück niemand mehr hungern, und wenn sich der Seeadler mal den ein oder anderen Fisch schnappt, dann können wir das verkraften.

Wo kann man Seeadler beobachten?

Mit etwas Glück kann man den "König der Lüfte" in bestimmten Gebieten erspähen – zum Beispiel entlang der Donau oder im Waldviertel oder Burgenland. Der Seeadler ist an seinem riesigen Körper und an den enorm breiten, brettartigen Flügeln ganz leicht zu erkennen.

Hast schon mal einen Seeadler berührt?

Ja – und das war ein tolles Gefühl! Wenn die Seeadler jung sind und noch nicht fliegen können, bekommen manche von ihnen einen kleinen GPS-Sender. Dabei habe ich schon öfter ein „Kücken“ im Arm gehalten. Einmal hat mich auch einer in die Hand gezwickt. Das nächste Mal passe ich besser auf!

Wozu haben Seeadler GPS-Sender?

Wir bekommen über die Sender Funksignale aufs Handy. Das macht es leichter herauszufinden, wo die Adler umherstreifen, rasten und überwintern. Dadurch können wir sie besser schützen. So kann zum Beispiel bei der Planung von Windkraftanlagen vermieden werden, dass Seeadler zu Schaden kommen. Und falls es Probleme gibt, können wir die Tiere leichter finden.

Wie wird man eigentlich Seeadlerschützer?

Das ist wirklich kein Beruf wie jeder andere, das stimmt! Ich habe Biologie studiert und viel über Tier- und Pflanzenarten gelernt. Meine Begeisterung für den Artenschutz habe ich entdeckt, als ich als Student die Tropenstation La Gamba in Costa Rica besucht habe. Damals habe ich mir vorgenommen, Artenschützer zu werden, und so bin ich später beim WWF Österreich gelandet.
 

Danke für das Gespräch!

Der WWF Österreich ist ab diesem Schuljahr Partner und Mitherausgeber des Bildungsmedienverlages JUNGÖSTERREICH und bereichert mit seinem Wissen die Inhalte von JÖ und JÖdigi.