FaceApp: Bitte lächeln, aber mit Falten

„FaceApp“ ist eine Smartphone-App, die dich auf Fotos ganz schön alt aussehen lässt. Handelt es sich dabei um eine lustige Spielerei fürs Handy oder eine Datenfalle?

Ein Knopfdruck genügt und du blickst in dein zukünftiges Ich.
Ein Knopfdruck genügt und du blickst in dein zukünftiges Ich.Foto: Naina HelÈn JÂma / TT News Agency / picturedesk.com
Einmal aussehen wie ein Star ...
Einmal aussehen wie ein Star ...Foto: Aiman Khair/Shutterstock.com

Du möchtest auf Fotos endlich erwachsen sein? Oder gar alt aussehen? Kein Problem! Das ist jetzt mithilfe von „FaceApp“ möglich. Die kostenlose Smartphone-App setzt besondere Filter ein, mit denen sogar du dir Falten ins Gesicht zaubern kannst. Die Verwandlung funktioniert natürlich auch in die andere Richtung – bis zurück zum Babyface. Solltest du dich auf Fotos schon älter gemacht haben, bist du nicht alleine: #AgeChallenge lautet der Aufruf, unter dem „junge Alte“ die sozialen Netzwerke mit ihren Fotos fluten. Stars wie Rihanna, Miley Cyrus oder die Jonas Brothers posteten auch schon stark gealterte Porträts von sich. FaceApp konnte mithilfe dieser prominenten Unterstützung schnell Platz 1 der App-Charts erobern!

App als Datensammler

Über 10 000 User haben FaceApp schon sehr positiv bewertet. Ist das aber der Beweis für die Sicherheit der App? Experten geben auf diese Frage ein klares Nein zur Antwort. Nützt du das Programm, musst du nämlich deine Fotos darauf hochladen. Hier beginnt allerdings das Datenschutz-Problem: Die App darf auf alle deine Fotos und andere Daten zugreifen. Was dann mit diesen Informationen von dir passiert, ist unklar. Sicher ist nur: FaceApp-Fotos werden nicht nur auf deinem Handy gespeichert, sondern auch im Internet, wo sie wahrscheinlich für immer bleiben. „Wireless Lab“, die Erfinder aus Russland, geben an, „die meisten“ innerhalb von zwei Tagen wieder zu löschen. Ob das stimmt, lässt sich leider nicht überprüfen.

Das Geschäft mit den Daten

In den Nutzungsbedingungen von FaceApp steht auch, Wireless Lab darf die Daten seiner User an andere Firmen weitergeben – und das sogar zu Werbezwecken! Die Firmen wissen dann genau über dich Bescheid. Sportelst du zum Beispiel gerne, schicken sie dir vielleicht Werbung für Sportartikel zu. Warum? Weil die Chance besteht, dass du einen davon kaufst. Die lustige App funktioniert also in vielen Fällen auch gut als Köder, um Geld von Usern wie dir zu bekommen.

„Klick“ und du gibst umfangreiche Rechte deiner Daten an FaceApp, WhatsApp, Instagram, Facebook und Co. Wichtig ist, über diese Einverständniserklärungen auf jeden Fall nachzudenken. Ob du die Apps dann installierst, ist deine Entscheidung. Nur vergiss nicht: Das Geschäft mit den Daten ist viel wert – wie auch dein faltiges Lächeln.

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Kerstin Kuba-Nimmrichter schreibt für dich im JÖ in der Rubrik „Digitopolis“. Sie ist als NMS-Lehrerin für Deutsch und Geschichte von den neuen Medien im Unterricht begeistert!