Fellwechsel – wenn der Mensch zum Tier wird

In der Buchreihe Woodwalkers von Katja Brandis verwandelt sich der Junge Carag in einen Berglöwen. Menschen wechseln schon seit jeher gerne das Fell ...

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Hell beleuchtet das silberne Licht des Vollmondes die einsame Waldlichtung. Zwischen den Sträuchern kauert ein junger Mann auf dem Boden. Schmerzen plagen ihn, weil er sich in dieser Nacht vom Menschen zum Wolf verwandelt. Schon streckt er seine Schnauze in den Sternenhimmel und stößt ein schauriges Geheul aus. Solange es finster ist, wird er auf leisen Pfoten durchs Unterholz streichen, um Beute zu machen. So stellen wir uns Werwölfe vor.

Wer-Worte

Was bedeutet eigentlich Werwolf? Die Vorsilbe „Wer“ kommt aus dem Althochdeutschen und leitet sich vom lateinischen „vir“ (Mann) ab – also kann man statt Werwolf auch Mannwolf sagen. Viele Völker glaubten, dass sich manche Menschen bei Vollmond in einen Wolf verwandeln können, um in den Wäldern Jagd auf Tiere und Menschen zu machen. Wer eine Silberwaffe hatte, konnte sich vor solchen Bestien schützen. Stirbt der Werwolf, dann nimmt er wieder seine ursprüngliche Menschengestalt an.

Uralter Jagdzauber

Der Glaube an Werwölfe und andere Tier-Mensch-Wesen reicht zurück in eine Zeit, als man sich für die Jagd mit Tierfellen verkleidete, um den Geist der Tiere um Hilfe zu bitten. Menschen und Tiere fühlten sich miteinander verwandt – mehr noch, viele Naturvölker glaubten an die Verwandlung zum Tier. Je nach Region, war es das größte Raubtier, das bei Nacht jagt: in Indien streiften zum Beispiel Wertiger und sogar Werkrokodile umher! Wie alt dieser Glaube ist, beweist der „Löwenmensch“-Fund in einer Höhle der Schwäbischen Alb. Die Figur aus Mammutelfenbein ist schon 40 000 Jahre alt.

Mach mit! In welches Tier wirst du dich wohl verwandeln? Hier geht's zum Woodwalkers-Test!

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Siegfried Weger ist für die spannenden Inhalte in deinem JÖ verantwortlich und war bis vor einem Jahr auch NMS-Lehrer. Das Schreiben und Lesen ist seine Leidenschaft!